Die Barbagia ist das bergige Innere Sardiniens rund um das Gennargentu-Massiv: Steindörfer, Weiden, Steineichenwälder und Reben auf Granit- und Schieferböden. Es ist das Land des Cannonau, der hier einige seiner intensivsten Weine ergibt. Die 1995 entstandene typische geografische Angabe Barbagia fasst die Weine der Gegend zusammen, die nicht unter die DOC fallen. Es ist eine winzige IGT: rund 16 eingetragene Hektar und 150 Hektoliter.
Die Regeln
Bianco, Rosato und Rosso dürfen die in Sardinien zugelassenen Trauben in beliebigem Verhältnis verwenden und still, perlend oder süß sein. Dazu kommt ein Novello. Der Mindestalkohol liegt bei 10 %, eine Mindestreife gibt es nicht.
Eine Besonderheit auf dem Etikett
Steht eine Rebsorte auf dem Etikett, sind mindestens 85 % davon nötig. Die Vorschriften schließen jedoch ausdrücklich Sorten aus, die in Sardinien eine eigene DOC haben. Bei den Weißen dürfen Girò, Malvasia, Moscato, Nasco, Nuragus, Semidano, Vermentino und Vernaccia nicht genannt werden, bei den Roten Cannonau, Carignano und Monica. Ein Barbagia IGT darf also nicht Cannonau heißen, auch wenn der Cannonau oft seine Basis ist.
Deshalb kommen die typischsten Weine der Gegend als Cannonau di Sardegna auf den Markt, dessen Classico gerade aus den Provinzen Nuoro und Ogliastra stammt. Die IGT bleibt der Raum für freie Cuvées, Nebensorten und persönliche Interpretationen der Erzeuger.
Im Glas und bei Tisch
Die Bergrotweine der Barbagia sind warm und würzig, mit reifer Frucht und mineralischer Ader. Sie passen zur Hirtenküche des Inselinneren: Porceddu, Lamm, Culurgiones, Pane carasau, Würste und gereifter Pecorino.

