WEISS- & ROSÉWEINE
  • 13. AUGUST 2026
  • 4 min
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Chardonnay 2005 Planeta, die Farbe Siziliens

Wir haben eines der Spitzenweine des Weinguts Planeta verkostet. Dieser sizilianische Erzeuger ist de facto erst seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts tätig, obwohl die landwirtschaftliche Tradition der Familie bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. So...

Alessandro Genova

von Alessandro Genova
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Chardonnay 2005 Planeta, die Farbe Siziliens

Wir haben eines der Spitzenweine des Weinguts Planeta verkostet. Dieser sizilianische Erzeuger ist de facto erst seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts tätig, obwohl die landwirtschaftliche Tradition der Familie bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. So ist der Besitz des Unternehmens unter etwa fünfzehn Cousins aufgeteilt.

Der verkostete Wein ist im Laufe der Zeit tatsächlich zu einem der bekanntesten Symbole der weinbaulichen Wiedergeburt der Insel geworden: die Rede ist vom Chardonnay des Jahrgangs 2005, einem Jahrgang, der seit Langem nicht mehr im Handel erhältlich ist.

Heute gehört Planeta zu den wichtigsten Protagonisten der Weinbewegung Siziliens mit über 360 Hektar Weinbergen, die auf sechs verschiedene Güter in den prädestiniertesten Lagen der Insel verteilt sind: Ulmo in Sambuca di Sicilia, Dispensa in Menfi, Dorilli in Vittoria, Buonivini in Noto, Feudo di Mezzo sull'Etna in Castiglione di Sicilia und La Baronia in Capo Milazzo. Alle Weinberge wurden direkt von der Familie nach den jeweiligen Erwerbungen angepflanzt. Über zwei Millionen Flaschen werden produziert, mehr als die Hälfte davon exportiert.

Der von uns verkostete Chardonnay – wie übrigens auch andere der von Planeta produzierten Weißweine – stammt von der Tenuta dell'Ulmo, gelegen in der Nähe von Sambuca di Sicilia und dem Lago Arancio. Es ist eines der beiden historischen Güter des Unternehmens (das andere ist jenes in Menfi), in äußerst reizvoller Lage. Es befindet sich auf einer Höhe zwischen 100 und 250 m ü.d.M. direkt neben dem Baglio aus dem 16. Jahrhundert, der ebenfalls im Familienbesitz ist. Der Boden ist mittelschwer, tiefgründig mit einem reichhaltigen Skelett aus Kieselsteinen, schwach kalkhaltig, stellenweise tonig mit reichem Schluffanteil.

Die Rebe wird in Spaliererziehung (Guyot, Cordone speronato) kultiviert, mit recht hoher Pflanzdichte (4000/4500 Stöcke/ha). Die Erträge sind niedrig (75 dz/ha), mit etwas mehr als eineinhalb Kilogramm Trauben pro Stock. Die Weinlese 2005 des Chardonnay beginnt in der dritten Augustdekade und verlief sehr gut. Nach dem Transport der Trauben in die Cantina erfolgen nach der Entrappung die sanfte Pressung und die statische Sedimentation bei niedriger Temperatur. In den Most werden Reinzuchthefen inokuliert, woraufhin die Gärung bei kontrollierter Temperatur (20 °C) für etwa zwei Wochen beginnt – in neuen Barrique für die Hälfte der Menge und in einjährigen Barrique für den Rest. Anschließend folgt die langsame Reifung ebenfalls im Holz.

Die Abfüllung erfolgte im Juli nach der Weinlese, nach etwa 10 Monaten Holzlagerung, und seitdem hat der Wein weiter in der Flasche gereift – ab einem gewissen Zeitpunkt in meinem eigenen Keller – bis vor wenigen Tagen. Der Wein entwickelt 14 % Alkohol bei über 6 g/l Gesamtsäure.

Nun berichten wir von der Verkostung.

Der Wein präsentiert sich kristallklar mit einem Kleid auf halbem Weg zwischen Gold und Bernstein. Die Farbe beeindruckt uns besonders: warm, einschmeichelnd – sie erinnert an die sonnenbeschienenen Hügel Siziliens während der heißesten Augusttage. Beim Schwenken des Glases bildet der Wein an den Glaswänden dichte, enge Bögen mit Tränen, die langsam herablaufen. Ein offensichtlich gehaltvoller Wein.

In der Nase nehmen wir eine Explosion von exotischen Früchten und Konfitüre wahr. Ananas, Melone, Datteln, Pfirsichmarmelade. Dann Akazienhonig und weitere würzige Noten von Muskatnuss. Am Gaumen einschmeichelnd, mit einer perfekten Balance zwischen Alkohol und nach wie vor gut präsenter Frische. Der Wein befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Reife und vermag seine überragende Klasse vollständig auszudrücken. Lang der mineralische Abgang mit Noten von gerösteten Mandeln im Nachklang.

Von einem solchen Wein sollte man stets zwei Flaschen haben. Wer weiß, wie die Schwesterlasche schmecken würde, wenn man sie in fünf weiteren Jahren öffnete. Wir haben die unsrige jedenfalls in Begleitung eines Tellers farfallette al salmone genossen, gewürzt mit einem Spritzer Zitrone und reichlich Petersilie.

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