Der Muller Thurgau ist ein Wein, der aus der gleichnamigen Rebsorte gewonnen wird und heute in Deutschland, Österreich, Ungarn, der Schweiz und auch in Italien weit verbreitet ist. In unserem Land wird er vor allem in Trentino und in Alto Adige angebaut, in deren Tälern wahrscheinlich der beste italienische Muller Thurgau produziert wird. Da er Hügellagen bevorzugt, auch terrassierte, mit einer Höhe zwischen 500 und 900 Metern über dem Meeresspiegel, hat er genau in diesem Gebiet seinen idealen Lebensraum gefunden.
Der Muller Thurgau ist eine der wenigen Trauben, bei denen man seinen Erfinder und sein Geburtsdatum genau kennt. Es ist nämlich bekannt, dass diese Rebsorte im Jahr 1882 entstanden ist, als ein Schweizer Forscher, Herman Muller, geboren in Thurgau, die Kreuzung zwischen Riesling und Sylvaner schuf. Aus einer neueren DNA-Forschung geht hervor, dass die zweite Rebsorte in Wirklichkeit der Chasselas war.
Abgesehen von seiner Geschichte, die sicherlich interessant, aber insgesamt recht jung ist, ist der Muller Thurgau für uns eine der wichtigsten Rebsorten im gesamten nationalen Weinpanorama. Wir haben daher den Muller Thurgau Aristos der Südtiroler Cantina Valle Isarco verkostet und stellen ihn vor.
Die Trauben stammen aus Weinbergen in einer Höhe von etwa 650–700 Metern über dem Meeresspiegel, die auf alluvialen, steinigen und skelettreichen Böden angelegt sind. Die Hanglage ermöglicht eine ausgezeichnete Sonneneinstrahlung und eine günstige Belüftung, wodurch die Entstehung von Schimmel vermieden wird. All diese Bedingungen verleihen dem Wein besonders wertvolle Eigenschaften.
Die Vinifikation dieses Muller Thurgau sieht eine sanfte Pressung und eine anschließende Gärung bei kontrollierter Temperatur vor. Die Reifung von ganzen sieben Monaten auf der Feinhefe erfolgt in Edelstahlbehältern, ohne malolaktische Gärung. Danach folgt die Abfüllung, damit der Wein die typischen Frische- und Aromaeigenschaften bewahrt.
Kommen wir nun zur Weinverkostung
Muller Thurgau Aristos 2015
Von einer zarten strohgelben Farbe mit grünlichen Reflexen, zeigt er sich in der Nase leicht aromatisch mit Noten von weißen Holunderblüten. Dann unterscheidet man grasige und mineralische Anklänge, von weißen Früchten wie Apfel und Birne, dann Salbei, Muskatnuss und einen angenehmen Zitrusabschluss. Am Gaumen ist der Wein trocken, frisch und würzig mit deutlichen Zitrusnoten, aber gleichzeitig mit einer guten Weichheit. Dezent mandelig im Abgang.
Ein sehr angenehm trinkbarer Wein, er ist ein ausgezeichneter Begleiter zum Aperitif oder zum Genuss mit Meeresfrüchte-Vorspeisen, kann aber auch zu einem vollständigen Menü gereicht werden.





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