„Der Wein mit der kontrollierten Ursprungsbezeichnung «Frascati», auch in der Variante «Spumante», muss aus den Trauben der Rebflächen des Betriebs mit folgender Rebsortenzusammensetzung gewonnen werden: Malvasia bianca di Candia und/oder Malvasia del Lazio (Malvasia puntinata) mindestens 70%; Bellone, Bombino bianco, Greco bianco, Trebbiano toscano, Trebbiano giallo einzeln oder gemeinsam bis zu einem Maximum von 30%. Die anderen weißen Rebsorten, die für den Anbau in der Region Lazio zugelassen sind und in den Rebflächen vorhanden sind, können bis zu maximal 15% dieses 30%-Anteils beitragen..." So lautet das Produktionsreglement, das die Erzeugung des Frascati regelt – ein Wein, auf den die Region Lazio stolz ist und der über viele Jahrhunderte auf den Tischen des römischen Adels nicht wegzudenken war. Die Etymologie des Wortes Frascati geht wahrscheinlich auf ein Lob der Frische seiner Gewässer zurück, oder hat ihren Ursprung im Wort „frasca", das den Bewohnern des Ortes vor Jahrhunderten das Recht einräumte, Bäume und Sträucher zu fällen. Was hingegen gewiss ist, ist die Begeisterung der Erzeuger, die im Laufe der Jahre dazu geführt hat, fast vergessene typische Rebsorten neu zu bewerten, wie etwa die Malvasia del Lazio, die häufig durch die Malvasia di Candia ersetzt wurde – krankheitsresistenter, aber von geringerer Qualität – oder die interessante Bellone, die oft bei der Herstellung von Spumante eingesetzt wird.
Mehr als 70% der Produktion im Lazio ist hauptsächlich weißbeerig und profitiert von besonderen Mikroklimata, die durch die mildernde Wirkung der in der Region vorhandenen Seen entstehen. Einer der italienischen Weine, der weltweiten Ruhm genießt, ist zweifellos der Frascati, der vor allem in den letzten zehn Jahren nach den Regeln der Qualität produziert wurde – mit Ertragsreduzierung und dem Einsatz weniger ertragreicher Erziehungssysteme. Der Frascati erhielt schließlich 1966 die Doc, und seine üppigen Reben wachsen auf vulkanischen und tuffhaltigen Böden mittlerer Textur, im Gebiet der Gemeinden Frascati, Grottaferrata, Monte Porzio Catone sowie teilweise in Roma und Montecompatri. Im Glas ist der Frascati ein Wein mit strohgelben Nuancen, besonders blumigen und fruchtigen Noten von beachtlicher Intensität sowie einer interessanten Struktur mit guter Persistenz. Zahlreiche Weingüter sind in die grüne Landschaft der Castelli Romani eingebettet und produzieren noch heute diese Weinart, die diesem Gebiet so am Herzen liegt.
Unter den vielen Betrieben ragt „Principe Pallavicini" hervor – ein im Lazio bekannter Name, denn diese Adelsfamilie ist seit 1600 in der Region ansässig. In all seinen Vorzügen gefeiert, nimmt der Frascati auf dem historischen Weingut Colonna 50 bepflanzte Hektar ein, die sich zwischen 100 und 300 Metern Höhe erstrecken. Insgesamt umfasst die Rebfläche 80 Hektar mit Guyot- oder Cazenave-Erziehungssystemen. Die Weine gliedern sich in zwei verschiedene Linien: Eine trägt den Namen des Betriebs – Symbol für Qualität und Eleganz – mit auch internationalen Rebsorten, ohne dabei die Tradition aus den Augen zu verlieren, denn neben dem Cesanese bleibt der Frascati das Herzstück ihrer Unternehmensphilosophie. Die andere Linie „Terre dei Pallavicini" umfasst das Konzept des Massenvertriebs mit Qualität stets an erster Stelle. Unter den Weinen der ersten Linie „Principe Pallavicini" findet sich ein frischer und angenehmer Frascati aus Malvasia del Lazio, Malvasia di Candia und Trebbiano Toscano, ein ausgewogener Weißwein „La Giara" aus der typischen Malvasia Puntinata. Zum Gedenken an die Gründung des Betriebs steht der „1670" – ein Blend aus Malvasia Puntinata (oder del Lazio) und Semillon. Mit dem Poggio Verde Frascati Superiore 2012 gewinnt das Weingut den Regionalen Oscar im Führer „Berebene 2014". Dieser begehrte, vom Gambero Rosso herausgegebene Führer versammelt die besten Weine jeder italienischen Region, die für ihre organoleptische Zusammensetzung und ihr hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis von nicht mehr als 10 Euro bemerkenswert sind. Malvasia di Candia, Malvasia del Lazio, Trebbiano Toscano, Greco und Grechetto sind die Rebsorten, die zur Herstellung dieses Weins beitragen. In 300 Metern Höhe gelegen, gedeihen die Reben auf überwiegend vulkanischem Boden. Die für dieses prestigeträchtige Produkt sorgfältig ausgewählten Trauben werden einer sanften Pressung unterzogen und anschließend einem Vinifizierungsverfahren namens „Kryomazeration" unterworfen. Die Reifung erfolgt sur lie, also auf den eigenen Hefen, für einen Zeitraum von etwa vier bis fünf Monaten. Von strohgelber Farbe explodiert er in der Nase mit Aromen von exotischen und reifen Früchten. In den Düften ebenso intensiv wie am Gaumen anhaltend, reich an Struktur, lädt er durch seine umhüllende Weichheit zum Trinken ein.
Bei den Rotweinen darf „Rubillo" nicht fehlen – ein fabelhafter und weicher Cesanese, dessen Rebsorte auch rund einen Monat Appassimento am Stock durchläuft, um den „Amarasco" zu erzeugen; „Casa Romana", samtig und umhüllend auf Basis von Petit Verdot und Cabernet; Sangiovese Grosso und Merlot für einen kraftvollen „Moroello" sowie ein strukturierter Cabernet Sauvignon „Soleggio".
Dulcis in fundo: der vielfach preisgekrönte Passito „Stillato" aus reiner Malvasia del Lazio, gewonnen von 25 Jahre alten Reben, die nach dem Guyot-Erziehungssystem kultiviert werden. Nach der Gärung in Barriques aus Akazienholz ruht er 10 Monate und entwickelt dabei die unverwechselbare Bernsteinfarbe, olfaktorische Noten von Honig, kandierter Frucht und gerösteten Nuancen. Warm und ausgewogen am Gaumen – eine wahre Freude für den Gaumen.





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