WEINGESCHICHTEN
  • 2. SEPTEMBER 2026
  • 2 min
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Weiß, Erdbeere und Heidelbeere - Contest #StorieDiVino

...von da an würden in wenigen Stunden die Farbe ihrer Lippen die Gedanken durchfluten, vielleicht auch die Kleider... Der Himmel war klar und die Luft prickelte angenehm...Nicole hätte niemandem erlaubt, nicht einmal dem Teufel, das Abendessen mit Andrè zu verschieben Seit Tagen...

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von WineAtWine
Wine at Wine Redaktion

Weiß, Erdbeere und Heidelbeere - Contest #StorieDiVino

...von da an würden in wenigen Stunden die Farbe ihrer Lippen die Gedanken durchfluten, vielleicht auch die Kleider...

Der Himmel war klar und die Luft prickelte angenehm...Nicole hätte niemandem erlaubt, nicht einmal dem Teufel, das Abendessen mit Andrè zu verschieben

Seit Tagen bereitete sie sich auf dieses Treffen vor.

Am Donnerstagnachmittag begann sie mit dem Kleid und drehte sich wie das Figürchen einer Spieluhr von einer Vitrine zur nächsten. Sie wusste bereits, was sie anziehen würde, Größe und Farbe, Länge und Stoff. Was sie jedoch an diesem Nachmittag am meisten amüsierte, war das weiche und entschlossene Herumtollen von Jijì, dem kleinen Hund voller Fell und Schleifen, für den alle Verkäufer eine Schwäche hatten. Es schien, als würde sie im Voraus wissen, auf welches Kleidungsstück die Aufmerksamkeit von „Maman Nicole" fallen würde. Von all den verfügbaren Modellen war es ausgerechnet das letzte, das Nicole sich in den Anproberaum bringen ließ, das diesen Nachmittag zu einem „Moment null" machte.

Weiß, aus Seide und schwindelerregend lang. All ihre Gefühle, Absichten und Wünsche wären von diesem makellosen, glatten und prickelnden Stoff bedeckt gewesen. Alles an ihr, angefangen von der unmerklichen Bewegung der Träger bis zum Saum der Gedanken, hätte jeden Zentimeter der Küche berauscht.

Sie wählte auch die Sandalen, das Parfüm und die Farbe des Lippenstifts mit Bedacht.

...von da an würden in wenigen Stunden die Farbe ihrer Lippen die Gedanken durchfluten, vielleicht auch die Kleider...

Der Freitag kam im Handumdrehen.

Nicole zog sich bereits an, der festlich gedeckte Tisch glich dem Blumenbeet eines französischen Gartens.

Kleine Trauben aus Freesien und weißem Glyzinium standen in der Mitte des Tisches, während die Schalen einer großen Orange – auf dem Boden verstreut – den Raum mit Farbe füllten und jenes gewisse Etwas von „brennendem Kaminfeuer" verliehen.

Sorgfältig ausgewählte Kristalle und Porzellane gaben den letzten Schliff...

Alles war bereit, den Abend zu empfangen und zu erfüllen.

Da war das Weiß, das leuchtende Orange, das Blau der Sterne und des Flusses, der dort in der Nähe floss...nur Andrè fehlte noch

Und das flüchtige Erdbeerrot ihrer Gedanken, wie Konfetti in den Bläschen eines „Dolce Carlotta" verstreut

Jener Duft nach Marmelade, Veilchen und kleinen Rosen, der den Mund eines Traums rubinrot färbt...

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