Aufsehen erregte kürzlich der Tod von Benoit Violier, dem vierundvierzigjährigen französisch-schweizerischen Küchenchef des Hotel de Ville in Crissier bei Lausanne.
Viele Hypothesen liegen dem Suizid zugrunde, doch zuletzt macht eine Betrugsaffäre rund um einige französische Weine die Runde; zumindest behauptet dies die Schweizer Zeitung Bilan, die der Spur dank der Aussage eines Gastronomen auf die Schliche gekommen sein soll.
Ein System aus Investitionen, Verkostungen und Auktionen rund um Domaine Henry Jayer, einen 2006 im Alter von 86 Jahren verstorbenen großen Innovator, dessen Weine bis zu 15.000 Euro pro Flasche erzielen können.
Benoit war ein Drei-Sterne-Koch, der als einer der besten der Welt galt – und soll trotz seiner Erfahrung in der Branche rund eine Million Euro verloren haben; ein Umstand, der ihn am 31. Januar dazu gebracht haben soll, sich mit seinem Jagdgewehr das Leben zu nehmen, ausgerechnet am Tag vor der Veröffentlichung des wichtigsten Restaurantführers der Branche. Genau das Datum des Ereignisses hatte zunächst die Theorie nahegelegt, der Stress über einen möglichen Verlust eines Michelin-Sterns sei die Ursache gewesen – sowie die angespannten Nerven angesichts immer anspruchsvollerer Gastronomiekritiker gegenüber jemandem, der seit Jahren an der Spitze des Olymps der großen Küchenchefs stand.
Der Betrug begann mit dem „Umwerben" des Küchenchefs, um sein Vertrauen zu gewinnen; anschließend wurde das Opfer zu einer Weinauktion begleitet, und die Produkte wurden ihm auf dem Papier verkauft, ohne dass sie jemals geliefert wurden.
Im Visier der Ermittler soll die Private Finance Partners stehen, eine Finanzintermediärgesellschaft mit Sitz in Sitten (Sion), die bereits vor drei Monaten in Konkurs gegangen ist und bei der einer der Gesellschafter kurz vor dem Suizid aus der Untersuchungshaft entlassen worden war.
Unter den Betrugsopfern sollen sich mehrere renommierte Küchenchefs befinden.
Nicht Stress also liegt dem Tod zugrunde, sondern leider schnödes Geld und skrupellose Menschen.
An der Beerdigung von Benoit in Lausanne nahmen über 1.500 Menschen teil; der Küchenchef wurde in Montils in Frankreich beigesetzt, wo er geboren wurde und wo seine Mutter sowie einer seiner sechs Brüder leben.




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